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Chronik

Neunzig Jahre Kleingärtnern in Rosenthal. Vieles davon hängt im Vereinshaus an der Wand: eine Chronik, Fotos vom Bau des Vereinshauses, eine Urkunde. Diese Seite trägt zusammen, was dort dokumentiert ist.

  1. 1933

    Der Anlass: eine Umsiedlung

    Das bisherige Gelände der Kleingärten vor Schönholz und an der Kopenhagener Straße wird zur kinderreichen Siedlung erklärt. Die Gärten müssen weichen und werden auf das heutige Gelände umgesiedelt.

    Die künftigen Kleingärtner werden zuvor zum Arbeitsdienst herangezogen und leisten Schachtarbeiten am Nordgraben.

  2. 1935/36

    Gründung unter dem Namen „Stettin“

    Nach Fertigstellung des Nordgrabens wird das Gelände parzelliert. Mit dem Aushub wird das heutige Territorium um etwa zwei Meter aufgeschüttet – Lehm, darunter Muttererde, darunter eine Tonschicht.

  3. ab 1936

    Eine sehr große Anlage

    Zur Kleingartenanlage gehören rund 650 Gärten mit etwa 1.400 Mitgliedern, verteilt auf acht Bereiche: Neues Heim, Wördenweg und Graue Schule – die heutige KGA Humboldt – dazu Wasserwerk I und II am Angerweg, Schönhauser Straße am Nordgraben, Nesselweg, An der Nordbahn am Bahnhof Rosenthal der Kleinbahn, Uhlandstraße am Friedhof und Günthershorst Hauptstraße 84.

    Die Gärten werden ausschließlich von Arbeiterfamilien genutzt, aus Pankow und Weißensee, Reinickendorf, Charlottenburg und Moabit sowie dem Prenzlauer Berg.

  4. 1936–1945

    Im Kleingartenverband Berlin

    Die Anlage ist Mitglied im Kleingartenverband Berlin und damit auch im Reichsverband der Kleingärtner Deutschlands.

  5. 1945

    Aus „Stettin“ wird „Humboldt“

    Mit dem Kriegsende ändert sich das Gebiet der Anlage nicht, wohl aber ihr Name: „Stettin“ ist politisch nicht mehr erwünscht. Der damalige Vorstand sucht einen Namen, der bei der Obrigkeit keinen Anstoß erregt, stellt der russischen Kommandantur den Namen „Humboldt“ vor – und erhält die Genehmigung.

    Im selben Zug tritt die Anlage dem Landesverband Berlin-Ost bei.

  6. 1956

    Das Vereinshaus entsteht

    Gebaut ausschließlich von den Mitgliedern selbst, in Gemeinschaftsarbeit, in der Freizeit und aus eigener Kasse finanziert. Bauherr ist der damalige 1. Vorsitzende Helmuth Meier.

    Auf den Fotos der Bautafel im Vereinshaus sind unter anderem Walter Schmidt, Wally Meier, Willi Kramm, Paul Thamke, Karl Kluge, Erwin Hoof und Herbert Lehmann zu sehen, die Innenelektrik übernahm Elektromeister Alfred Rösler. Das hölzerne Traggerüst trug im Verein den Spitznamen „die Holzoper“.

  7. 1950er–1960er

    Die große Anlage wird zerlegt

    Mitte der Fünfziger bis Mitte der Sechziger werden die großen Kleingartenanlagen verkleinert – auch unsere:

    • Uhlandstraße wird Schulterritorium Pankow
    • An der Nordbahn fällt 1961 dem Mauerbau zum Opfer
    • Schönhauser Straße geht in die KGA Einigkeit über
    • Wasserwerk I und II werden eigenständige Anlagen
    • Nesselweg wird eigenständige Anlage in Privatverpachtung, heute mit Wohnhäusern bebaut

    Übrig bleiben die Abteilungen, aus denen die KGA Humboldt bis heute besteht.

  8. 1965

    Beitritt zum VKSK

    Mit der Gründung des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter ist der Beitritt Pflicht.

  9. 1976

    Ausgezeichnet für verdienstvolle Leistungen

    Im Juli 1976 erhält die Kleingartenanlage „Humboldt“ vom Kreisvorstand Pankow des VKSK eine Urkunde für verdienstvolle Leistungen im sozialistischen Wettbewerb 1975. Sie hängt bis heute im Vereinshaus.

  10. 2013

    Die heutige Satzung

    Am 19. Oktober 2013 beschließt die Mitgliederversammlung die Satzung in ihrer heute geltenden Fassung. Der Verein ist beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen.

  11. heute

    Die Anlage heute

    89 Parzellen und das Vereinsheim auf 57.531 m², verteilt auf die vier Abteilungen Neues Heim, Nordgraben, Graue Schule und Wördenweg.

    Wir gehören zum Bezirksverband der Gartenfreunde Pankow und damit zum Landesverband Berlin. Für uns gilt das Bundeskleingartengesetz – und damit auch dessen Schutz.

Ihr habt alte Fotos, Zeitungsausschnitte oder Erinnerungen aus der Anlage? Meldet Euch gern per E-Mail an info@kga-humboldt.de – jeder Beitrag hilft, die Chronik zu vervollständigen.